Heizungsanalyse mit Datenlogger

Raspberry Pi und Arduino, der Datenlogger für jede Heizung

Diagramm Heizung

Was soll man an einer Heizung optimieren, wenn man nicht weiß, was die Heizung macht?

Eine gute Hilfe dabei ist ein Daten­logger. Die Basis des Daten­loggers ist ein Rasp­berry Pi. Dieser kleine Linux-Rechner mit einem Strom­ver­brauch von nur drei Watt dient als Daten­logger und Webserver. Die digitalen Temperatursensoren vom Typ Dallas DS18b20 werden mit dem Microkontroller Arduino ausgelesen und an den Raspberry Pi weitergeleitet.

Die Daten können in Echt­zeit ausgewertet werden.

Das Montieren des Daten­loggers ist kein großer Aufwand. Die kleinste Version des Daten­loggers hat acht Tem­peratur­sensoren. Die Anzahl der Sensoren kann beliebig erweitert werden. Das Messen der Luft­feuchtig­keit ist mit speziellen Sensoren auch möglich.

Als Betriebs­system verwendet der Daten­logger Linux, die Daten­bank und die grafische Ober­fläche sind Open Sorce; d. h. es fallen keine Lizenz­gebühren für Software an.

Der Datenlogger muss lediglich mit einem Lan-Kabel mit dem Router verbunden werden. Ein Anschluss mit WLan ist auch möglich.

Acht Sensoren sind für ein normales Ein­familien­haus aus­reichend. Damit man weiss, welcher Sensor was misst, werden die Bezeich­nungen der Sensoren angepasst.

Auswerten, Analysieren und Heizkosten sparen

Zur Auswertung kann jeder beliebige Computer im Haus genutzt werden. Die grafische Ober­fläche kann beliebig verändert und gespeichert werden.

Man kann in dem Diagramm zoomen und Sensoren beliebig aus- und einblenden. Eine manuelle Eingabe von Werten ist auch möglich.

Wenn man in einem Gebäude mehrere Datenlogger verwendet, so ist es möglich, dass man mit einem Logger auf die Daten der anderen Logger zugreift und diese gemeinsam auswertet.

Oelheizung Diagramm

Das Auswerten der Daten sorgt fast immer für Überraschungen.

Der Datenlogger vollbringt keine Wunder. Er hilft dabei, dass man seine eigene Heizung versteht. Fehlfunktionen können mit Hilfe des Datenloggers gefunden werden. Eine Effektivitätssteigerung der Heizung hat den Nebeneffekt, dass sich die Lebensdauer der Anlage verlängert und die Betriebs- und War­tungs­kosten sinken.

In Zeiten von Hausautomatition ist es die Frage, ob man das unbedingt braucht. Ich bin kein Freund von zu viel Technik im Haus.

Der Datenlogger ist zwar wieder etwas mehr Technik im Haus. Auch hier stellt sich die Frage: „Braucht man das?“

Energie sparen durch Optimierung

Mehr Technik im Haus führt dazu, dass man von dieser Technik immer weniger versteht. Was hilft die beste Heizung, wenn sie niemand ein­stel­len kann?

Durch optimieren der bestehenden Systeme lassen sich zwischen 10 bis 40% an Heizkosten sparen. Das Geld, das der Datenlogger kostet, ist meistens in ein bis zwei Jahren an Energiekosten gespart.

Ein zusätzlicher Effekt ist, dass man selbst lernt seine Heizung richtig einzustellen.

Brötje Gastherme

Der Datenlogger ist eine Eigenentwicklung. Warum baut man Datenlogger wenn es schon welche auf dem Markt gibt? Anno 2010 baute mein Bruder Martin Nattrodt, ein Informatiker, mit einem kleinen Linux-Rechner einen Datenlogger.

Seit 2013 verwende ich für den Datenlogger einen Raspberry Pi und Arduino. Dieser kleine Linux-Rechner wurde, seit seiner Einführung im Jahr 2012, bereits über sieben Millionen mal (10.2015) verkauft. Bei Recherchen im Internet findet man viele Bastler, die sich selbst Datenlogger zusammenschmieden. Die Komponenten sind meist ähnlich. Informatiker mit Linuxkentnissen können sich problemlos selber einen Daten­logger anfertigen. Die Material­kosten betragen lediglich ca. 150 bis 200 Euro.