Nachtabsenkung

Die Nachtabsenkung bedeutet, dass in der Nacht oder zu einer eingestellten Zeit, weniger geheizt wird. Ob eine Nachtabsenkung sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Bei Häusern mit Heizkörpern (Radiatoren) und automatischer Energiesparpumpe kann die Nachtabsenkung zu einer Fehlfunktion der Umwälzpumpe führen. Die Vorlauftemperatur fällt wegen der Nachtabsenkung, die Thermostatventile an den Heizkörpern öffnen sich und die Pumpe erhöht die Leistung (Fehlfunktion).

Bei Wärmepumpen bringt eine Nachtabsenkung im Normalfall nichts, da in der Nacht der Strom billiger ist.

Damit eine Nachtabsenkung sinnvoll funktioniert sollte die Leistung der Umwälzpumpe von der Heizungssteuerung geregelt werden!

Die Gegner der Nachtabsenkung behaupten, dass durch die Nachtabsenkung ein Schaukeleffekt eintritt. In der Nacht kühlt das Haus ab und man muss am Morgen mehr Energie aufwenden, als ohne Nachtabsenkung nötig gewesen wäre.

Dem Schaukeleffekt kann man durch eine Drehzahlregelbare Umwälzpumpe (PWM oder 0-10 Volt Signal) entgegenwirken. Die Pumpe wird von der Heizungssteuerung stufenlos geregelt. Eine Stunde nach dem Eintreten der Nachtabsenkung wird die Pumpe auf eine Minimalleistung zurückgefahren.

Wenn der Rücklauf eine vorgegebene Minimaltemperatur unterschreitet, schaltet der Brenner ein und die Pumpendrehzahl wird anhand der Rücklauf- und Vorlauftemperatur geregelt.

Ab einer Aussentemperatur in der Nacht von über +5 Grad Celsius sollte die Heizung dann in der Nacht gar nicht laufen.

Eine sich selbst regelnde Umwälzpumpe berücksichtigt nicht, dass bei eingeschaltetem Heizkessel die Wärme auch zeitnah abtransportiert werden muss.

Drehzahlgeregelte Umwälzpumpe

WITA Delta plus Hocheffizienz-Pumpe UE 35A mit PWM-Ansteuerung.
Die Pulsweitensteuerung (PWM) erlaubt es, dass von entsprechend ausgerüsteten Reglern die Motordrehzahl und damit die Pumpleistung genau an die im Moment ermittelten Messgrößen angepasst wird.

Wenn bei ein­geschaltetem Heiz­kessel die Pumpen­drehzahl erhöht wird, steigt der Wirkungs­grad der Heizung und das gesamte Heizsystem wird gleich­mässiger warm. Die Heizung taktet nicht so oft.

Durch eine Totalabschaltung der Heizung in der Nacht werden die Kesselverluste im Heizungsraum minimiert. Über die Höhe der Verluste im Heizungskeller und durch den Kamin ist wenig bekannt.

Am einfachsten lassen sich die Heizkosten durch eine bedarfsgerechte Einstellung der Heizung minimieren. Viele Heizungen laufen über Jahrzehnte mit einem Standardprogramm.

Bringt die Nachtabsenkung etwas oder nicht?

Bei Dauerfrost und Nebel kann es sein, dass bei zu starker Nachtabsenkung ein Schaukeleffekt entsteht. Bei Tagestemperaturen von über plus fünf Grad Celsius kann sogar am Tag eine Nachtabsenkung sinnvoll sein.

Eine optimale Einstellung ist mit den meisten Steuerungen nicht möglich. Wenn sie mit einem Holzofen dazuheizen, kann der Schaukeleffekt mit dem Holzofen kompensiert werden.

Grosse Fenster und eine schlechte Wärmedämmung begünstigen die Abkühlung, nicht nur die Nachtabsenkung. Ein Holzhaus, wie es von uns gebaut wird, kühlt bei Null Grad Aussentemperatur, in der Nacht nur sehr wenig ab.

Diagramm Ruecklauftemperatur

Einsparpotentional gibt es Hauptsächlich von Anfang März bis Ende November und bei Abwesenheit. Es kann sein, dass die Nachtabsenkung im Januar nichts bringt. An sonnigen Tagen im März kann eine an das Benutzerverhalten angepasste Heizung bis zu 40% Heizkosten sparen.

Messen und Auswerten - Messen und Auswerten

Wenn sie wirklich wissen wollen, ob sie durch eine Nachtabsenkung Heizkosten sparen dann hilft nur: Zählerstände notieren, evtl. Ölzähler montieren, und Verbrauch auswerten.

Damit die Heizung optimal an die Bedürfnisse der Benutzer angepasst werden kann, muss die Steuerung einfach und verständlich sein.

Eine Normale Heizungssteuerung kann die Heizung nicht optimal regeln. Der Temperatursensor auf der Nordseite bemerkt die Sonneneinstrahlung viel zu spät. Die meisten Steuerungen sind nicht in der Lage, die Umwälzpumpe dynamisch anzusteuern. Ab- und Anwesenheit kann die Steuerung nicht wissen. Andere Heizquellen nimmt die Steuerung nicht wahr.

Bei den meisten Steuerungen lassen sich die Tag- und Nachtzeiten relativ einfach umstellen. Man kann auch verschiedene Programme speichern.

Damit das Ganze nicht zu kompliziert wird empfehle ich: Tagschaltung eine Stunde vor Anwesenheit, Nachtschaltung eine Stunde vorm ins Bett gehen. Evtl. auch von 11:00 bis 14:00 Uhr Nachtabsenkung. Das Brauchwasser nur ein bis zwei mal am Tag erwärmen. Wenn sie 80 bis 90% des Heizbedarfs mit der Zentralheizung abdecken und für den Rest einen Holzofen verwenden, sparen sie am meisten. Eine leichte Fehleinstellung der Zentralheizung kompensiert der Holzofen.